Aktuelles, Termine & Veranstaltungen
IKOE-Projekt der AGSA e.V. bereichert mit inspirierendem Workshop das Aktiv Community Event der Bundeszentrale für politische Bildung
Dessau-Roßlau
Am 16. November 2025 hat das IKOE-Projekt der AGSA e.V. im Rahmen des Aktiv Community Event 2025 der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) einen Workshop zum Thema Inklusive und diversitätssensible Kommunikation und Empowerment durchgeführt.
Eine bewusste und respektvolle Kommunikation bildet das Fundament für gelingende Zusammenarbeit. Doch oft werden Gespräche durch unbewusste Denkmuster, stereotype Wahrnehmungen oder Vorurteile beeinflusst. Im Workshop erhielten die Teilnehmenden Impulse, wie solche unbewussten Mechanismen – sogenannte Unconscious Biases – erkannt und reflektiert werden können.
Durch interaktive Übungen und den Erfahrungsaustausch wurde gemeinsam erarbeitet, wie sprachliche Sensibilität und ein inklusiver Kommunikationsstil im beruflichen Alltag gestärkt werden können.
Der Workshop wurde von IKOE-Projektleiterin Dr. Katja Michalak und Projektmitarbeiter Gavin Theren geleitet. Die Teilnehmendengruppe war bunt gemischt – von Vertreterinnen und Vertretern der Freiwilligen Feuerwehr München bis hin zu Fachkräften aus der Museumspädagogik in Sachsen und Streetworkern aus Berlin. Diese Vielfalt trug zu einem besonders lebendigen Austausch bei. Teilnehmende beschrieben den Workshop als bereichernd und inspirierend für ihre eigene Arbeit.
Zu dem Aktiv Community Event, das unter dem Motto „25 Jahre. Tausende Projekte. Ein Netzwerk.“ stand, hatte die bpb hatte für den 14. bis 16. November 2025 nach Dessau-Roßlau eingeladen. Ein Höhepunkt des Aktiv-Events war die Preisverleihung im Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ 2024 am 15. November. Ausgezeichnet wurden auch zwei Projekte aus Sachsen-Anhalt.
Zu den Themen des Aktiv-Events gehörten unter anderem der Umgang mit Rechtsextremismus, der Abbau von Vorurteilen über „den Osten“, Zielgruppenarbeit sowie Fragen und Herausforderungen des zivilgesellschaftlichen Engagements. Auf dem Programm des Qualifizierungs- und Vernetzungsangebots standen neben den Workshops auch Vorträge und praxisorientierte Übungen.
IKOE-Projekt der Auslandsgesellschafts Sachsen-Anhalt e.V. stellte sich beim Rainbow-Career-Day Magdeburg vor
Magdeburg
Das IKOE-Projekt der Auslandsgesellschafts Sachsen-Anhalt e.V. hat sich am Rainbow-Career-Day Magdeburg am 4. November 2025 beteiligt und seine Angebote vorgestellt. Zunächst hielt Karsten Wiedener als IKOE-Projektmitarbeiter für Netzwerkaktivitäten und die digitale Landkarte „Kompass Sachsen-Anhalt“ ein Grußwort. An seiner Seite war Katja Schiller, die beim Projekt für Interkulturelle Mediengestaltung und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist.
Auf dem Programm der mehr als vierstündigen queeren Job- und Karrieremesse standen Vorträge und Inputs. Zu den Themen gehörten beispielsweise psychische Gesundheit im beruflichen Kontext besonders mit Blick auf queere Lebensrealitäten, die Nutzung von Vielfalt als Erfolgsfaktor für Arbeitgeber und die kreative Gestaltung von digitalen Stellenbewerbungen.
Zwischen den Vorträgen und zum Abschluss gab es einen regen Austausch und zahlreiche Gespräche. Hier konnten gezielt die Angebote des IKOE-Projektes vorgestellt werden, von Unconscious Bias im Verwaltungsalltag bis hin zu Resilienz im Bildungswesen.
Der Rainbow-Career-Day fand im EinLaden des Netzwerks Freie Kultur e.V. statt. Mit ihren Angeboten präsentierten sich dort neben dem Christopher Street Day Sachsen-Anhalt e.V. und dem CSD Magdeburg e.V. unter anderem die AWO sowie das Dienstleistungsunternehmen regiocom. Ebenfalls rege genutzt wurden das Informationsmaterial und die Gesprächsangebote des IKOE-Projekts.
IKOE-Zielgruppenbefragung 2025: Bedarfe für Interkulturelle Öffnung in Sachsen-Anhalt ermittelt
Magdeburg
Von Juni bis August 2025 hat das IKOE-Projekt der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. in Kooperation mit dem Zentrum für Sozialforschung Halle (ZSH) 230 Fachkräfte aus Verwaltung, Schulen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zu ihren Erfahrungen und Bedarfen im Kontext interkultureller Öffnung befragt. Alle Zielgruppen wurden zudem zu ihren Erfahrungen mit systemspezifischen Diskriminierungsformen befragt.
Die Ergebnisse der Umfrage liefern dem IKOE-Projekt wertvolle Hinweise zu aktuellen Herausforderungen und Problemlagen im Bereich der interkulturellen Öffnung, um für die neue Förderperiode zeitgemäße und lösungsorientierte Angebote zu schaffen. Die Ergebnisse zeigen, dass der Bedarf an Unterstützung groß ist, wenngleich in den drei Bereichen sehr unterschiedlich ausgeprägt.
Verwaltung: Diskriminierung und Kommunikationsbarrieren
In der Verwaltung fällt auf, dass nahezu jede fünfte befragte Person angibt, selbst von Diskriminierung betroffen zu sein. Dies ist der höchste Wert bei allen drei Zielgruppen. Im direkten Kundenkontakt erleben Angestellte vor allem Herausforderungen durch sprachliche Barrieren. Fremdsprachlichkeit und das Fehlen einfacher Sprache werden am häufigsten genannt. Gleichzeitig berichten Kund*innen den Fachkräften besonders oft von Diskriminierungserfahrungen aufgrund ihrer ethnischen Herkunft.
Während der kollegiale Zusammenhalt positiv bewertet wird, sehen die Befragten deutliche Schwächen bei der Feedbackkultur und der Umsetzung von Leitbildern. Zeitressourcen und Wissensweitergabe bleiben zentrale Herausforderungen. Jede dritte Person wünscht sich mehr Kompetenzen im Umgang mit vielfältiger Kundschaft und erkennt an, dass Vorurteile im Arbeitsalltag eine Rolle spielen. Positiv aufgefallen ist, dass die deutliche Mehrheit aller Befragten aus der Verwaltung angibt, eine grundsätzlich ausgeschlossene und wertschätzende Haltung gegenüber ihrer diversen Kundschaft mitzubringen.
Schule: Psychische Gesundheit und fehlender Schutzraum
Für den Bereich Schule lag der Fokus insbesondere auf dem Gewinn neuer Erkenntnisse zur Einschätzung der mentalen Gesundheit von Schülerinnen und Schülern.
Die Ergebnisse aus dem Schulbereich sind besonders alarmierend. Nur etwa jede zehnte befragte Fachkraft stimmt völlig zu, dass Schüler*innen die Schule als geschützten Raum empfinden, in dem sie vor Anfeindungen geschützt sind. Knapp drei von vier Personen sehen dies nicht gegeben.
Als größte Problemlagen nennen die Fachkräfte die fehlende Kompetenz von Schüler*innen im Umgang mit sozialen Medien, mangelnde Problemlösungsfähigkeiten sowie psychische und mentale Probleme. Auch kritisches Denken und das Hinterfragen von Machtstrukturen werden als zu wenig ausgeprägt eingeschätzt. Diskriminierung erleben Schüler*innen aus Sicht der pädagogischen Fachkräfte am häufigsten aufgrund ihrer Hautfarbe oder Herkunft. Andere Formen der Diskriminierung (z.B. aufgrund der Religion, der Geschlechtsidentität oder der sexuellen Orientierung) werden als weniger relevant im Schulalltag wahrgenommen.
Die Befragten wünschen sich vor allem Unterstützung zu den Themen (1) unbewusste Vorurteile (2) trauma-informierte Arbeit und (3) Mobbing.
Zivilgesellschaft: Wertschätzung ja, Konfliktfähigkeit ausbaufähig
Im zivilgesellschaftlichen Bereich zeigt sich das positivste Bild. Wertschätzender Umgang und Anerkennung werden deutlich häufiger wahrgenommen als in den anderen Bereichen. Mehr als die Hälfte der Befragten empfindet das Ehrenamt als geschützten Raum.
Gleichzeitig wird deutlich, dass vielen Engagierten der Umgang mit widersprüchlichen Meinungen, unterschiedlichen Ansprüchen und Konflikten Probleme bereitet. Als größte Herausforderung werden extremistische und demokratiefeindliche Tendenzen genannt. Etwa die Hälfte der Organisationen erhält ausreichende Unterstützung durch die Verwaltung, während sich die andere Hälfte der Befragten entweder nicht ausreichend unterstützt fühlt oder die Zusammenarbeit als unsicher oder schwer einschätzbar betrachtet.
Gemeinsame Bedarfe – passgenaue Angebote
Trotz aller Unterschiede gibt es auch Gemeinsamkeiten. Unbewusste Vorurteile beschäftigen alle drei Zielgruppen. Diskriminierung aufgrund ethnischer Herkunft wird übergreifend am häufigsten wahrgenommen. Dabei ist der Wunsch nach konkreter Unterstützung eindeutig. Weiterbildungen und Workshops sind das mit Abstand beliebteste Format, idealerweise als Ganztagesveranstaltungen in hybrider Form, also sowohl online als auch vor Ort.
Die Befragung liefert dem IKOE-Projekt wichtige Anhaltspunkte für die Weiterentwicklung der Angebote. Sie zeigt aber auch, dass Interkulturelle Öffnung eine Querschnittsaufgabe bleibt, die strukturelle Veränderungen, Haltungsarbeit und kontinuierliche Kompetenzentwicklung erfordert.
Kontakt: anna.theren@agsa.de